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Der eigene Online-Shop kann noch so sorgfältig auf Barrierefreiheit optimiert sein – wenn der Kunde beim Bezahlen nicht mehr weiterkommt, hilft das am Ende wenig.

Genau deshalb sollte man Zahlungsanbieter nicht nur nach Gebühren, Bekanntheit oder einfacher WooCommerce-Integration auswählen.

Auch die Bedienbarkeit gehört auf die Liste.

Das wird gerne übersehen, weil ein Teil des Zahlungsprozesses technisch gar nicht auf der eigenen Website stattfindet. Der Kunde klickt beispielsweise auf PayPal, Kreditkarte oder einen anderen Zahlungsdienst und landet anschließend in einem eingebetteten Fenster oder wird kurzfristig auf eine externe Seite weitergeleitet.

Aus Kundensicht gehört dieser Schritt trotzdem zum Einkauf.

Wenn dort plötzlich der Tastaturfokus verschwindet, ein Sicherheitscode nicht richtig beschriftet ist oder sich ein Fenster mit dem Screenreader kaum bedienen lässt, ist der Kauf praktisch blockiert.

Deshalb lohnt es sich, den Zahlungsprozess einmal nicht aus Sicht des Shopbetreibers, sondern aus Sicht des Kunden zu betrachten.

Warum Zahlungsanbieter für die Barrierefreiheit so wichtig sind

Der Zahlungsprozess liegt ganz am Ende eines langen Weges.

Der Kunde hat bereits:

  • Produkte gesucht,
  • Varianten ausgewählt,
  • Artikel in den Warenkorb gelegt,
  • seine Adresse eingetragen,
  • eine Versandart gewählt.

Dann kommt die Zahlung.

Wenn genau hier eine Barriere entsteht, ist die gesamte Arbeit davor wertlos.

Zahlungsanbieter können dabei sehr unterschiedliche technische Lösungen verwenden:

  • direkt eingebettete Kreditkartenfelder,
  • Weiterleitungen auf externe Seiten,
  • Popups,
  • neue Browserfenster,
  • Login-Dialoge,
  • QR-Codes,
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung,
  • Banking-Apps,
  • Sicherheitscodes.

Je komplexer der Ablauf wird, desto mehr Stellen gibt es, an denen Schwierigkeiten entstehen können.

BFSG und Zahlungsanbieter

Für vom BFSG erfasste Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr sind Zahlungsfunktionen ausdrücklich relevant.

Dabei geht es nicht nur darum, dass überhaupt eine Zahlungsmöglichkeit vorhanden ist. Die Funktionen müssen so gestaltet sein, dass sie wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust genutzt werden können.

Genau deshalb sollte ein Shopbetreiber bei der Auswahl und Integration eines Zahlungsanbieters nicht nur fragen:

„Funktioniert das Plugin?“

Sondern auch:

„Kann ein Kunde den kompletten Zahlungsprozess tatsächlich bedienen?“

Das sind zwei unterschiedliche Fragen.

Ein Zahlungsplugin kann technisch vollkommen korrekt installiert sein und trotzdem im praktischen Gebrauch Barrieren verursachen.

Externer Zahlungsanbieter bedeutet nicht: Thema erledigt

Ein häufiger Gedanke lautet:

„Der Kunde wird doch zu PayPal oder einem anderen Anbieter weitergeleitet. Dafür bin ich nicht zuständig.“

So einfach sollte man das Thema nicht betrachten.

Aus Kundensicht ist die Zahlung Teil des Bestellprozesses. Deshalb sollte man zumindest prüfen, welche Zahlungsdienste man in den eigenen Checkout integriert und wie der tatsächliche Ablauf funktioniert.

Auf externe Systeme hat der Shopbetreiber natürlich nicht dieselbe Kontrolle wie auf den eigenen Checkout.

Trotzdem kann man:

  • Anbieter vergleichen,
  • problematische Integrationen vermeiden,
  • verschiedene Zahlungsmöglichkeiten anbieten,
  • Fehler dokumentieren,
  • den Anbieter kontaktieren,
  • Updates der Integration testen.

Gerade bei der Auswahl eines neuen Zahlungsdienstes sollte Barrierefreiheit deshalb ein Entscheidungskriterium sein.

1. Zahlungsprozess einmal komplett ohne Maus testen

Der einfachste Test kostet nichts.

Lege die Maus weg.

Wähle im Checkout die gewünschte Zahlungsart und führe den Prozess so weit wie möglich nur mit der Tastatur durch.

Verwende:

Tab für das nächste Element.

Shift + Tab für das vorherige Element.

Enter zum Aktivieren.

Leertaste für Buttons und Auswahlfelder.

Pfeiltasten für bestimmte Auswahlgruppen.

Escape zum Schließen von Dialogen.

Beobachte dabei:

Kannst du die Zahlungsart auswählen?

Kannst du alle notwendigen Felder erreichen?

Ist sichtbar, wo sich der Fokus befindet?

Kannst du ein geöffnetes Zahlungsfenster wieder verlassen?

Kannst du die Zahlung bestätigen?

Wenn du an irgendeinem Punkt die Maus brauchst, hast du bereits eine wichtige Schwachstelle gefunden.

2. Jede Zahlungsart muss verständlich benannt sein

Zahlungsanbieter werden häufig hauptsächlich über Logos dargestellt.

Ein Kunde sieht:

PayPal-Logo.

Kreditkartensymbol.

Banklogo.

Das funktioniert visuell gut.

Für einen Screenreader muss die Auswahl trotzdem verständlich bezeichnet sein.

Gut:

PayPal

Kreditkarte

Kauf auf Rechnung

SEPA-Lastschrift

Weniger hilfreich:

Grafik

Button 4

Payment Option

Ein Logo kann die Orientierung ergänzen. Es sollte die verständliche Bezeichnung aber nicht ersetzen.

3. Auswahl mit Tastatur ermöglichen

Viele Checkout-Seiten gestalten Zahlungsarten als große anklickbare Karten.

Das sieht modern aus.

Zum Beispiel:

┌────────────────────┐
Kreditkarte
Visa / Mastercard
└────────────────────┘

Mit der Maus lässt sich die gesamte Fläche anklicken.

Aber funktioniert das auch mit Tab und Leertaste?

Das sollte unbedingt getestet werden.

Wenn technisch Radio-Buttons verwendet werden, sollte deren normale Tastaturfunktion nicht durch das Design zerstört werden.

4. Ausgewählte Zahlungsart eindeutig anzeigen

Der Kunde muss erkennen können, welche Zahlungsart gerade aktiv ist.

Eine minimale Farbänderung reicht dafür nicht unbedingt.

Besser kann eine Kombination sein aus:

  • deutlichem Rahmen,
  • Häkchen,
  • Text,
  • technischer Statusinformation.

Ein Screenreader sollte beispielsweise erkennen:

„PayPal, ausgewählt.“

und nicht nur:

„PayPal.“

Fokus und Auswahl sollten außerdem unterscheidbar sein.

Eine Zahlungsart kann ausgewählt sein, während der Tastaturfokus bereits auf dem nächsten Element liegt.

5. Kreditkartenfelder brauchen eindeutige Beschriftungen

Bei Kreditkartenzahlung erscheinen typischerweise mehrere Eingabefelder.

Zum Beispiel:

Karteninhaber

Kartennummer

Gültig bis

Sicherheitscode

Diese Felder brauchen dauerhaft verständliche Beschriftungen.

Ein Platzhalter allein ist ungünstig.

Wenn im Feld nur steht:

MM/YY

und dieser Hinweis beim Tippen verschwindet, kann die Orientierung verloren gehen.

Besser:

Gültig bis

und zusätzlich als Hinweis:

Format: MM/JJ

6. Sicherheitscode erklären

Nicht jeder weiß sofort, was mit:

CVC

CVV

oder:

Sicherheitscode

gemeint ist.

Eine kurze Erklärung kann helfen.

Zum Beispiel:

„Drei- oder vierstelliger Sicherheitscode auf Ihrer Karte.“

Wenn dafür ein Hilfe-Icon verwendet wird, sollte dieses ebenfalls mit Tastatur erreichbar und verständlich beschriftet sein.

Nicht:

„Fragezeichen Button.“

Sondern:

„Informationen zum Sicherheitscode anzeigen.“

7. Eingebettete Zahlungsfelder genau testen

Viele Zahlungsanbieter stellen sensible Felder nicht direkt über den Shop bereit.

Die Kartennummer wird beispielsweise über ein eingebettetes Element des Zahlungsdienstes geladen.

Optisch merkt der Kunde davon kaum etwas.

Technisch kann dabei jedoch ein Wechsel in einen anderen Bereich stattfinden.

Deshalb sollte getestet werden:

  • Sind alle Felder mit Tab erreichbar?
  • Ist die Reihenfolge logisch?
  • Bleibt der Fokus sichtbar?
  • Werden Feldbezeichnungen korrekt vorgelesen?
  • Funktionieren Fehlermeldungen?
  • Kommt man anschließend wieder zurück in den Shop?

Gerade eingebettete Komponenten sollte man nicht nur optisch kontrollieren.

8. Reihenfolge der Zahlungsfelder prüfen

Die Tab-Reihenfolge sollte ungefähr dem sichtbaren Aufbau entsprechen.

Zum Beispiel:

Karteninhaber → Kartennummer → Gültigkeit → Sicherheitscode → Zahlung bestätigen.

Problematisch wäre:

Kartennummer → Footer → Sicherheitscode → Navigation → Gültigkeit.

Solche Sprünge können für Tastaturnutzer extrem verwirrend sein.

Der technische Aufbau sollte deshalb nachvollziehbar bleiben.

9. Sichtbaren Fokus nicht vergessen

Das Thema zieht sich durch den gesamten Checkout.

Der Nutzer drückt Tab.

Aber wo ist er?

Bei Zahlungsfeldern ist das besonders wichtig, weil oft mehrere ähnlich aussehende Eingaben dicht nebeneinander liegen.

Ein aktives Feld sollte sich deutlich abheben.

Zum Beispiel durch:

  • sichtbaren Rahmen,
  • Hintergrundänderung,
  • deutlichen Schatten.

Ein sehr dünner hellgrauer Rahmen auf weißem Hintergrund hilft wenig.

10. Weiterleitungen klar ankündigen

Bei manchen Zahlungsarten verlässt der Kunde vorübergehend den Shop.

Das ist grundsätzlich kein Problem.

Trotzdem sollte klar sein, was passiert.

Zum Beispiel:

„Sie werden zur Zahlung zu PayPal weitergeleitet.“

Dann weiß der Kunde, dass gleich eine andere Seite erscheint.

Das ist angenehmer, als plötzlich ohne Erklärung in einem völlig anderen Layout zu landen.

11. Rückkehr zum Shop verständlich machen

Nach erfolgreicher Zahlung sollte der Kunde zuverlässig wieder im Shop landen.

Dort muss sofort erkennbar sein:

War die Zahlung erfolgreich?

Wurde die Bestellung gespeichert?

Was passiert als Nächstes?

Eine verständliche Bestätigung könnte lauten:

„Ihre Zahlung war erfolgreich. Die Bestellung wurde aufgenommen.“

Danach können Bestellnummer und weitere Informationen folgen.

12. Zahlungsabbruch klar erklären

Was passiert, wenn der Kunde die Zahlung beim externen Anbieter abbricht?

Eine gute Shop-Seite sollte danach nicht einfach nur den Checkout erneut anzeigen.

Besser ist eine klare Information:

„Die Zahlung wurde abgebrochen. Ihre Bestellung wurde noch nicht bezahlt.“

Zusätzlich:

„Sie können die Zahlung erneut versuchen oder eine andere Zahlungsart auswählen.“

Damit ist sofort klar, was passiert ist.

13. Zahlungsfehler verständlich übersetzen

Externe Systeme produzieren manchmal sehr technische Fehler.

Zum Beispiel:

Authentication failed

Payment rejected

Error 402

Transaction declined

Damit können Kunden wenig anfangen.

Soweit die Integration Einfluss darauf erlaubt, sollte daraus verständliche Sprache werden.

Zum Beispiel:

„Die Zahlung konnte nicht abgeschlossen werden. Bitte prüfen Sie Ihre Zahlungsdaten oder wählen Sie eine andere Zahlungsart.“

Bei bekannten Ursachen kann die Meldung konkreter sein.

14. Nicht automatisch behaupten, warum eine Zahlung abgelehnt wurde

Hier ist allerdings Vorsicht wichtig.

Wenn der Zahlungsanbieter lediglich meldet, dass die Zahlung nicht durchgeführt werden konnte, sollte der Shop nicht einfach behaupten:

„Ihre Karte ist nicht gedeckt.“

wenn diese Information gar nicht bekannt ist.

Besser:

„Die Kreditkartenzahlung konnte nicht bestätigt werden.“

Danach können mögliche nächste Schritte erklärt werden.

15. Klar sagen, ob Geld abgebucht wurde

Bei Zahlungsproblemen haben Kunden vor allem eine Sorge:

Wurde jetzt Geld abgebucht oder nicht?

Die Antwort sollte so eindeutig wie möglich sein.

Zum Beispiel:

„Die Zahlung wurde nicht abgeschlossen.“

oder:

„Ihre Zahlung wurde erfolgreich bestätigt.“

Unklare Zustände führen zu Supportanfragen und möglicherweise zu mehrfachen Zahlungsversuchen.

16. Zwei-Faktor-Authentifizierung testen

Viele Zahlungen benötigen eine zusätzliche Sicherheitsbestätigung.

Das kann beispielsweise über:

  • Banking-App,
  • SMS-Code,
  • TAN,
  • Push-Bestätigung,
  • separate Authentifizierungsseite

erfolgen.

Solche Schritte gehören ebenfalls zum praktischen Zahlungsablauf.

Teste:

Ist verständlich, was der Kunde tun muss?

Kann der Sicherheitscode eingegeben werden?

Ist ausreichend Zeit vorhanden?

Kann der Nutzer nach der Bestätigung zum Shop zurückkehren?

Wird ein Fehler verständlich erklärt?

17. Zeitlimits beachten

Sicherheitsverfahren besitzen teilweise Zeitlimits.

Das kann grundsätzlich notwendig sein.

Für manche Menschen dauert die Bedienung allerdings länger.

Wenn ein Zeitlimit besteht, sollte es möglichst verständlich angekündigt werden.

Zum Beispiel:

„Bitte bestätigen Sie die Zahlung innerhalb der nächsten fünf Minuten.“

Noch wichtiger ist die Frage:

Was passiert danach?

Eine Meldung wie:

„Sitzung abgelaufen. Sie können die Zahlung erneut starten.“

ist wesentlich hilfreicher als eine leere Seite.

18. QR-Codes nicht als einzige Möglichkeit anbieten

Manche Zahlungsdienste verwenden QR-Codes.

Das kann sehr praktisch sein.

Problematisch wird es, wenn der QR-Code die einzige Möglichkeit darstellt, den Vorgang fortzusetzen.

Nicht jeder Nutzer kann einen QR-Code sehen oder mit einem zweiten Gerät scannen.

Wenn möglich, sollte es eine alternative Bedienmöglichkeit geben.

Zum Beispiel:

  • Link öffnen,
  • Code als Text eingeben,
  • andere Zahlungsart wählen.

Wesentliche Aktionen sollten nicht ausschließlich von einem visuellen Element abhängen.

19. CAPTCHAs kritisch betrachten

Auch Zahlungs- und Sicherheitsdienste können Captchas einsetzen.

Klassische Aufgaben wie:

„Wählen Sie alle Bilder mit Ampeln.“

können für blinde Nutzer problematisch sein.

Auch Audio-Captchas sind nicht für jeden eine ideale Alternative.

Als Shopbetreiber kann man die Sicherheitsmaßnahmen eines externen Zahlungsanbieters nicht immer verändern.

Bei der Auswahl eines Dienstes sollte man solche Punkte aber berücksichtigen.

Wenn mehrere vergleichbare Anbieter verfügbar sind, kann die bessere Zugänglichkeit durchaus ein Entscheidungskriterium sein.

20. Screenreader-Test durchführen

Nach dem Tastaturtest lohnt sich ein Test mit Screenreader.

Dabei geht es zunächst nicht um ein vollständiges Expertenaudit.

Hör dir einfach den Zahlungsbereich an.

Frage dich:

  • Werden Zahlungsarten verständlich vorgelesen?
  • Wird die Auswahl erkannt?
  • Werden Kreditkartenfelder benannt?
  • Werden Fehlermeldungen angekündigt?
  • Ist der Gesamtbetrag auffindbar?
  • Wird der Bestell- oder Zahlungsbutton sinnvoll bezeichnet?

Schon dabei findet man häufig Probleme.

21. Zahlungsbetrag eindeutig anzeigen

Vor der Zahlung sollte klar erkennbar sein, welcher Betrag tatsächlich abgebucht wird.

Zum Beispiel:

Gesamtbetrag: 129,90 Euro

Wenn zusätzliche Gebühren entstehen, sollten diese vorher verständlich aufgeführt werden.

Der Kunde sollte nicht erst nach dem Bezahlen erkennen, dass sich der Betrag verändert hat.

Auch für Screenreader muss der Preis nachvollziehbar bleiben.

22. Währungsangabe nicht vergessen

Bei internationalen Shops sollte eindeutig sein, in welcher Währung bezahlt wird.

129,90 ohne weitere Information kann je nach Shop nicht eindeutig sein.

Besser:

129,90 Euro

oder entsprechend die verwendete Währung.

Besonders bei externen Zahlungsseiten sollte überprüft werden, ob Betrag und Währung verständlich dargestellt werden.

23. Zahlungsbutton eindeutig beschriften

Ein Button sollte klar sagen, was passiert.

Zum Beispiel:

„Mit PayPal bezahlen“

oder:

„Kreditkartenzahlung bestätigen“

Ein allgemein gehaltener Button wie:

„Weiter“

ist weniger eindeutig.

Der Kunde sollte unterscheiden können:

Geht es nur zum nächsten Formularschritt?

Oder wird jetzt tatsächlich eine Zahlung ausgelöst?

24. Schaltflächen müssen groß genug und gut erkennbar sein

Barrierefreiheit betrifft nicht nur Tastatur und Screenreader.

Auch Menschen mit motorischen Einschränkungen profitieren von ausreichend großen Bedienflächen.

Das gilt besonders für:

  • Zahlungsarten,
  • Checkboxen,
  • Bestätigungsbuttons,
  • Schließen-Buttons,
  • Hilfe-Icons.

Winzige Auswahlkreise neben großen Zahlungslogos sind unnötig schwierig.

Die sichtbare Beschriftung sollte nach Möglichkeit ebenfalls anklickbar sein.

25. Kontrast der Zahlungsoberfläche prüfen

Die Zahlungsart ist ausgewählt – erkennbar durch einen hellgrauen Rahmen auf weißem Hintergrund.

Das kann leicht übersehen werden.

Prüfe:

  • Auswahlzustände,
  • Feldrahmen,
  • Hilfetexte,
  • Fehlermeldungen,
  • Buttons,
  • Fokusindikatoren.

Gerade externe Payment-Komponenten übernehmen häufig ihr eigenes Design.

Es lohnt sich deshalb, alle tatsächlich angebotenen Zahlungsarten anzusehen.

26. Informationen nicht nur über Farbe vermitteln

Rot bedeutet Fehler.

Grün bedeutet erfolgreich.

Grau bedeutet deaktiviert.

Das ist verbreitet, reicht aber allein nicht aus.

Zusätzlich sollte Text vorhanden sein:

„Zahlung fehlgeschlagen.“

„Zahlung erfolgreich.“

„Diese Zahlungsart steht derzeit nicht zur Verfügung.“

So bleibt die Information auch ohne Farbwahrnehmung verständlich.

27. Mobile Zahlung separat testen

Viele Kunden bestellen fast ausschließlich über das Smartphone.

Dort kann sich der Zahlungsablauf deutlich von der Desktop-Version unterscheiden.

Teste deshalb:

  • Zahlungsart auswählen,
  • Formular öffnen,
  • Daten eingeben,
  • Authentifizierung starten,
  • Banking-App wechseln,
  • zurück zum Browser wechseln,
  • Zahlung bestätigen.

Besonders der Wechsel zwischen Browser und App kann zu Problemen führen.

Der Kunde sollte danach nicht irgendwo im Shop landen und rätseln müssen, ob die Zahlung erfolgreich war.

28. Bildschirmtastatur darf wichtige Elemente nicht verdecken

Bei Kreditkarteneingaben öffnet sich die Bildschirmtastatur.

Dadurch bleibt nur ein Teil des Displays sichtbar.

Prüfe, ob:

  • das aktive Feld sichtbar bleibt,
  • Fehlermeldungen erkennbar sind,
  • der nächste Button erreichbar ist,
  • keine festen Banner wichtige Inhalte verdecken.

Ein Formular kann am Desktop perfekt funktionieren und mobil trotzdem schwierig sein.

29. Vergrößerung ausprobieren

Vergrößere die Seite deutlich.

Der Zahlungsbereich sollte weiterhin funktionieren.

Prüfe:

  • Werden Texte abgeschnitten?
  • Überlagern sich Zahlungslogos?
  • Bleiben Eingabefelder vollständig sichtbar?
  • Kann der Sicherheitscode eingegeben werden?
  • Funktionieren Dialogfenster?
  • Bleibt der Zahlungsbutton erreichbar?

Gerade eingebettete Payment-Fenster reagieren auf starke Vergrößerung manchmal anders als der übrige Shop.

30. Verschiedene Browser prüfen

Ein externer Zahlungsdienst kann sich je nach Browser unterschiedlich verhalten.

Ein sinnvoller Praxistest umfasst deshalb zumindest die wichtigsten Browser, die Kunden tatsächlich verwenden.

Besonders relevant sind:

  • Fokusdarstellung,
  • Popup-Verhalten,
  • Weiterleitungen,
  • gespeicherte Zahlungsdaten,
  • Authentifizierungsfenster.

Dabei geht es nicht darum, jede denkbare Kombination zu prüfen, sondern grobe Probleme frühzeitig zu erkennen.

31. Alternative Zahlungsart anbieten

Eine einzelne Zahlungsmethode kann immer Schwierigkeiten verursachen.

Das kann technische, persönliche oder barrierebezogene Gründe haben.

Mehrere Zahlungsmöglichkeiten können deshalb hilfreich sein.

Zum Beispiel:

  • Kreditkarte,
  • PayPal,
  • Lastschrift,
  • Rechnung.

Natürlich muss ein Shop nicht zwangsläufig jede denkbare Zahlungsmethode anbieten.

Eine sinnvolle Auswahl kann aber verhindern, dass ein Kunde vollständig vom Kauf ausgeschlossen wird, weil genau ein Verfahren für ihn nicht nutzbar ist.

32. Nicht erreichbare Zahlungsarten richtig behandeln

Manchmal steht eine Zahlungsart unter bestimmten Bedingungen nicht zur Verfügung.

Dann sollte der Kunde verstehen, warum.

Zum Beispiel:

„Kauf auf Rechnung ist für diese Bestellung nicht verfügbar.“

Wenn möglich, kann zusätzlich erläutert werden, was stattdessen möglich ist.

Eine einfach ausgegraute Option ohne Erklärung führt dagegen zu Unsicherheit.

33. Fehlermeldungen beim Zahlungsanbieter mitprüfen

Teste nicht nur erfolgreiche Zahlungen.

Provoziere, soweit im Testsystem möglich, auch Fehler.

Beispielsweise:

  • Pflichtfeld leer lassen,
  • ungültiges Ablaufdatum,
  • Sicherheitscode vergessen,
  • Authentifizierung abbrechen.

Dann beobachte:

Wo erscheint der Fehler?

Wird das betreffende Feld genannt?

Ist der Fehler mit Tastatur erreichbar?

Wird die Meldung vom Screenreader wahrgenommen?

Bleiben andere Eingaben erhalten?

Fehlerfälle zeigen häufig mehr über die Qualität eines Zahlungsprozesses als der Idealfall.

34. Autofill und gespeicherte Zahlungsdaten berücksichtigen

Browser und Zahlungsdienste können Zahlungsinformationen teilweise automatisch ausfüllen.

Das erleichtert vielen Kunden den Vorgang.

Die Felder müssen danach aber weiterhin:

  • verständlich beschriftet,
  • überprüfbar,
  • änderbar

sein.

Ein automatisch ausgefülltes Formular darf nicht dazu führen, dass Nutzer nicht mehr erkennen können, welche Daten gerade verwendet werden.

35. Login beim Zahlungsdienst prüfen

Manche Zahlungsarten verlangen zunächst eine Anmeldung.

Dazu gehören eventuell:

  • E-Mail-Adresse,
  • Telefonnummer,
  • Passwort,
  • Sicherheitscode.

Auch dieser Login gehört für den Kunden zum Zahlungsweg.

Prüfe:

  • Sind die Felder beschriftet?
  • Ist das Passwortfeld bedienbar?
  • Funktioniert „Passwort anzeigen“?
  • Sind Fehlermeldungen verständlich?
  • Kann „Passwort vergessen“ erreicht werden?

36. Passwortmanager nicht unnötig behindern

Viele Nutzer verwenden Passwortmanager.

Das ist nicht nur bequem, sondern kann auch bei verschiedenen Einschränkungen hilfreich sein.

Ein Zahlungs- oder Loginformular sollte automatische Hilfen nicht ohne guten Grund blockieren.

Je weniger unnötige manuelle Eingaben notwendig sind, desto leichter wird der Prozess für viele Kunden.

37. Bestellstatus und Zahlungsstatus unterscheiden

Ein wichtiger Punkt, der oft verwirrend ist:

Bestellung eingegangen

und:

Zahlung erfolgreich

sind nicht zwingend dasselbe.

Nach einem Zahlungsproblem sollte der Shop deshalb möglichst klar unterscheiden.

Zum Beispiel:

„Ihre Bestellung wurde angelegt. Die Zahlung steht noch aus.“

Oder:

„Die Zahlung war erfolgreich. Ihre Bestellung wird jetzt bearbeitet.“

Diese Klarheit verhindert Unsicherheit und Doppelbestellungen.

38. Supportmöglichkeit bei Zahlungsproblemen anbieten

Bei bestimmten Zahlungsproblemen kommt ein Kunde alleine nicht weiter.

Dann sollte eine leicht auffindbare Kontaktmöglichkeit vorhanden sein.

Zum Beispiel:

„Probleme bei der Zahlung? Kontaktieren Sie unseren Kundenservice.“

Der Support sollte im besten Fall ebenfalls barrierefrei erreichbar sein.

Nicht jeder Kunde kann problemlos telefonieren.

Deshalb können mehrere Kontaktmöglichkeiten hilfreich sein, beispielsweise:

  • E-Mail,
  • Kontaktformular,
  • Chat,
  • Telefon.

39. Barrierefreiheit bei der Auswahl neuer Zahlungsanbieter abfragen

Wer gerade einen neuen Payment-Anbieter sucht, kann Barrierefreiheit direkt in die Auswahl aufnehmen.

Fragen könnten sein:

  • Gibt es Informationen zur digitalen Barrierefreiheit?
  • Werden aktuelle Accessibility-Standards berücksichtigt?
  • Funktionieren Zahlungsseiten mit Tastatur?
  • Werden Screenreader unterstützt?
  • Sind eingebettete Felder korrekt beschriftet?
  • Wie werden Fehlermeldungen ausgegeben?
  • Wie funktionieren Authentifizierungsverfahren?
  • Gibt es bekannte Einschränkungen?
  • Gibt es einen Ansprechpartner für Accessibility-Probleme?

Die Antworten können helfen, verschiedene Anbieter nicht nur anhand der Kosten zu vergleichen.

40. Updates erneut testen

Zahlungsintegrationen verändern sich.

Ein Plugin bekommt ein Update.

Der Anbieter baut den Checkout um.

Eine neue Authentifizierungsmethode wird eingeführt.

Plötzlich funktioniert etwas anders.

Deshalb sollten wichtige Zahlungswege nach größeren Änderungen erneut getestet werden.

Das muss kein vollständiges Audit sein.

Ein kurzer Test mit:

  • Tastatur,
  • Smartphone,
  • absichtlichem Fehler

deckt bereits viele Probleme auf.

41. Testmodus nutzen

Viele Zahlungsanbieter bieten einen Sandbox- oder Testmodus.

Das ist ideal für Accessibility-Tests.

Damit können unterschiedliche Szenarien ausprobiert werden, ohne echte Zahlungen durchzuführen.

Zum Beispiel:

  • erfolgreiche Zahlung,
  • abgelehnte Zahlung,
  • Authentifizierungsfehler,
  • ungültige Kartendaten.

Wer einen solchen Testmodus zur Verfügung hat, sollte ihn nutzen.

42. Nicht nur die populärste Zahlungsart testen

Vielleicht bezahlen 80 Prozent der Kunden mit PayPal.

Trotzdem sollte die Kreditkartenzahlung nicht unbedienbar bleiben.

Alle angebotenen Zahlungsarten sind Teil des Shops.

Deshalb lohnt sich zumindest ein grundlegender Test jeder aktivierten Methode.

Wenn ein Verfahren dauerhaft erhebliche Probleme verursacht und keine Verbesserung möglich ist, sollte über dessen Integration nachgedacht werden.

Typische Barrierefreiheitsprobleme bei Zahlungsanbietern

In der Praxis sollte man besonders auf folgende Fehler achten:

  • Zahlungsarten nur über Logos gekennzeichnet
  • Auswahl funktioniert nur mit Maus
  • Fokus ist kaum sichtbar
  • eingebettete Kreditkartenfelder haben schlechte Beschriftungen
  • Tab-Reihenfolge ist unlogisch
  • Fehlermeldungen sind technisch formuliert
  • Fehlermeldungen werden vom Screenreader nicht erkannt
  • externe Dialoge lassen sich nicht schließen
  • Fokus geht nach Weiterleitung verloren
  • QR-Code ist die einzige Möglichkeit
  • Zeitlimit wird nicht angekündigt
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung ist schwer verständlich
  • Zahlungsstatus bleibt unklar
  • mobile Zahlungsfenster werden abgeschnitten
  • Fehler werden nur durch rote Farbe dargestellt

Praktische Checkliste für Zahlungsanbieter

Prüfe jede angebotene Zahlungsart:

  • Ist der Name der Zahlungsart verständlich?
  • Kann sie mit Tastatur ausgewählt werden?
  • Ist der ausgewählte Zustand erkennbar?
  • Bleibt der Tastaturfokus sichtbar?
  • Sind alle Eingabefelder klar beschriftet?
  • Ist die Tab-Reihenfolge logisch?
  • Werden Sicherheitscodes erklärt?
  • Funktionieren eingebettete Zahlungsfelder?
  • Werden externe Weiterleitungen angekündigt?
  • Funktioniert die Rückkehr zum Shop?
  • Sind Zahlungsabbrüche verständlich?
  • Sind Fehlermeldungen konkret?
  • Ist klar, ob eine Zahlung erfolgt ist?
  • Funktioniert eine notwendige Authentifizierung?
  • Werden Zeitlimits erklärt?
  • Gibt es Alternativen zu rein visuellen Verfahren?
  • Funktioniert der Prozess mit Screenreader?
  • Funktioniert er auf dem Smartphone?
  • Funktioniert er bei Vergrößerung?
  • Ist der Zahlungsbutton eindeutig?
  • Sind Betrag und Währung klar erkennbar?

In welcher Reihenfolge sollten Probleme behoben werden?

Nicht jedes Problem ist gleich kritisch.

Priorität 1: Zahlung unmöglich

Sofort prüfen und beheben beziehungsweise mit dem Anbieter klären:

  • Zahlungsart nicht per Tastatur auswählbar
  • notwendiges Feld nicht erreichbar
  • Authentifizierung nicht bedienbar
  • Zahlungsbutton nicht erreichbar
  • Fokusfalle im Zahlungsfenster
  • keine verständliche Möglichkeit, den Prozess fortzusetzen

Priorität 2: Orientierung fehlt

Danach:

  • Fokus kaum sichtbar
  • Zahlungsart schlecht beschriftet
  • unlogische Reihenfolge
  • Zahlungsstatus unklar
  • Fehler nicht verständlich

Priorität 3: Komfort verbessern

Anschließend:

  • bessere Hilfetexte
  • verständlichere Statusmeldungen
  • optimierte mobile Darstellung
  • weniger unnötige Eingaben
  • bessere Supportinformationen

Ein einfacher Praxistest

Nimm eine typische Bestellung und gehe bis zum Checkout.

Dann:

  1. Lege die Maus weg.
  2. Wähle eine Zahlungsart.
  3. Fülle alle notwendigen Felder aus.
  4. Öffne gegebenenfalls den externen Zahlungsdienst.
  5. Durchlaufe die Authentifizierung.
  6. Brich die Zahlung einmal absichtlich ab.
  7. Kehre zum Shop zurück.
  8. Wähle eine andere Zahlungsart.
  9. Prüfe eine Fehlermeldung.
  10. Führe anschließend eine erfolgreiche Testzahlung durch.

Danach stelle dir vier Fragen:

Wusste ich jederzeit, wo ich mich befinde?

Konnte ich alles ohne Maus bedienen?

War klar, was bei einem Fehler passiert ist?

Wusste ich am Ende eindeutig, ob die Zahlung erfolgreich war?

Wenn eine dieser Fragen mit Nein beantwortet wird, lohnt sich eine genauere Prüfung.

Fazit: Der Zahlungsanbieter ist Teil der Nutzererfahrung

Beim Thema Barrierefreiheit hört die Verantwortung für einen guten Kaufprozess nicht am Rand des eigenen Checkout-Formulars auf.

Aus Sicht des Kunden gibt es schließlich keinen Unterschied zwischen:

„Shop“

und:

„externer Zahlungsdienst“.

Er möchte einfach seine Bestellung bezahlen.

Deshalb sollte Barrierefreiheit bei der Auswahl eines Zahlungsanbieters genauso berücksichtigt werden wie Gebühren, Auszahlungsdauer, WooCommerce-Kompatibilität oder Betrugsschutz.

Dabei muss nicht jeder Shopbetreiber zum Accessibility-Experten werden.

Schon einige einfache Tests zeigen viel:

Maus weglegen.

Zahlung durchführen.

Fehler provozieren.

Smartphone ausprobieren.

Screenreader einschalten.

Wer dabei selbst Schwierigkeiten bekommt, sollte genauer hinsehen.

Besonders wichtig ist eine klare Kommunikation. Der Kunde muss jederzeit wissen:

Welche Zahlungsart habe ich gewählt?

Was muss ich jetzt tun?

Ist ein Fehler aufgetreten?

Wurde die Zahlung durchgeführt?

Wie komme ich weiter?

Wenn diese Fragen zuverlässig beantwortet werden, ist bereits viel gewonnen.

Ein barriereärmerer Zahlungsprozess hilft dabei nicht nur Menschen mit Behinderungen. Er reduziert Unsicherheit, Fehlversuche und Kaufabbrüche.

Und genau an der Kasse ist das für jeden Online-Shop ein ziemlich gutes Argument.

Hinweis: Dieser Beitrag bietet eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung oder vollständige Barrierefreiheitsprüfung.