Links gehören zu den wichtigsten Elementen auf einer Webseite. Sie führen zu weiteren Informationen, öffnen Kontaktseiten, starten Downloads, leiten zu Formularen oder helfen Besuchern, sich durch Inhalte zu bewegen. Eigentlich sind Links also kleine Wegweiser.

Trotzdem sieht man auf vielen Webseiten immer noch Formulierungen wie „Hier klicken“, „Mehr“, „Weiterlesen“ oder „Zum Download“. Auf den ersten Blick wirkt das harmlos. Schließlich wissen viele Nutzer, dass man auf so einen Text klicken kann. Doch aus Sicht der Barrierefreiheit und Nutzerfreundlichkeit sind solche Linktexte oft problematisch.

Ein guter Link sollte nicht nur anklickbar sein. Er sollte auch erklären, wohin er führt oder was passiert, wenn man ihn aktiviert.

Warum „Hier klicken“ wenig aussagt

Der Linktext „Hier klicken“ beschreibt nur die Handlung, aber nicht das Ziel. Man erfährt also, dass man irgendwo klicken soll, aber nicht warum.

Ein Beispiel:

„Weitere Informationen finden Sie hier.“

Das klingt im Textfluss vielleicht noch verständlich. Wenn man aber nur den Link betrachtet, bleibt nur „hier“. Dieser Linktext sagt nichts darüber aus, ob man zu einer Leistungsseite, einem Kontaktformular, einer PDF-Datei oder einem externen Angebot gelangt.

Besser wäre:

„Weitere Informationen zur barrierefreien Webseite lesen“

Oder:

„Checkliste für barrierefreie Webseiten herunterladen“

So ist sofort klar, was der Link macht.

Viele Nutzer lesen Webseiten nicht Wort für Wort

Auf Webseiten wird selten jeder Satz gründlich gelesen. Viele Menschen überfliegen Inhalte. Sie springen von Überschrift zu Überschrift, schauen nach hervorgehobenen Begriffen und achten besonders auf Links und Buttons.

Wenn dann mehrere Links nur „hier“, „mehr“ oder „weiterlesen“ heißen, entsteht schnell Unklarheit. Besucher müssen erst den Satz davor und danach lesen, um zu verstehen, worum es geht.

Das kostet Zeit und macht eine Webseite anstrengender. Gute Linktexte helfen dabei, Inhalte schneller zu erfassen. Sie geben Orientierung, ohne dass man lange suchen muss.

Für Screenreader sind unklare Linktexte besonders schwierig

Menschen, die einen Screenreader nutzen, können sich Links einer Seite gesammelt vorlesen lassen. Das ist praktisch, weil man so schnell zu wichtigen Bereichen springen kann.

Wenn die Linkliste aber so aussieht:

„Hier klicken“
„Mehr erfahren“
„Hier“
„Weiterlesen“
„Mehr“

dann ist sie kaum hilfreich. Der Nutzer muss jeden Link einzeln im Zusammenhang suchen, um zu verstehen, was dahintersteckt.

Viel besser wäre eine Linkliste wie:

„Kontaktformular öffnen“
„Preisliste als PDF herunterladen“
„Informationen zur BFSG-Ausnahme lesen“
„Barrierefreiheits-Checkliste ansehen“

Diese Links sind auch ohne den umliegenden Text verständlich. Genau das ist ein großer Vorteil.

„Hier klicken“ passt nicht zu allen Geräten

Der Ausdruck „klicken“ kommt aus der Mausbedienung. Aber nicht jeder klickt. Viele Nutzer tippen auf dem Smartphone, navigieren mit der Tastatur, nutzen Sprachsteuerung oder arbeiten mit Hilfstechnologien.

Ein Linktext wie „Hier klicken“ beschreibt also nicht für alle die passende Handlung. Auf einem Smartphone wird nicht geklickt, sondern getippt. Mit der Tastatur wird ein Link fokussiert und aktiviert. Mit einem Screenreader wird er ausgewählt.

Deshalb ist es besser, die Funktion oder das Ziel zu beschreiben, nicht die Bedienhandlung.

Statt:

„Klicken Sie hier“

besser:

„Kontakt aufnehmen“

Oder:

„Anfahrt anzeigen“

Das funktioniert unabhängig davon, wie jemand die Webseite bedient.

Gute Linktexte machen Webseiten verständlicher

Ein guter Linktext beantwortet im Grunde eine einfache Frage:

Was erwartet mich, wenn ich diesen Link aktiviere?

Wenn der Link zu einer Kontaktseite führt, sollte das erkennbar sein. Wenn eine PDF-Datei heruntergeladen wird, sollte auch das deutlich werden. Wenn ein Link zu einer externen Seite führt, kann ein Hinweis sinnvoll sein.

Beispiele für klare Linktexte:

„Leistungen der Gebäudereinigung ansehen“
„Termin online anfragen“
„PDF mit Preisübersicht herunterladen“
„Beitrag über Alt-Texte lesen“
„Datenschutzerklärung öffnen“

Solche Linktexte sind nicht kompliziert. Sie sind einfach konkreter.

Auch Suchmaschinen verstehen klare Links besser

Klare Linktexte helfen nicht nur Menschen, sondern auch Suchmaschinen. Ein Linktext gibt Hinweise darauf, worum es auf der verlinkten Seite geht.

Ein Link mit „hier“ liefert kaum Information. Ein Link wie „Tipps für barrierefreie Kontaktformulare“ ist viel aussagekräftiger.

Das bedeutet nicht, dass jeder Link mit Keywords vollgestopft werden sollte. Das wirkt schnell unnatürlich und kann sogar störend sein. Aber ein sinnvoll beschreibender Link ist immer besser als ein leerer Standardtext.

Mehrere gleiche Linktexte können verwirren

Ein weiteres Problem entsteht, wenn mehrere Links auf einer Seite gleich heißen, aber zu unterschiedlichen Zielen führen.

Zum Beispiel:

„Mehr erfahren“ unter Leistung 1
„Mehr erfahren“ unter Leistung 2
„Mehr erfahren“ unter Leistung 3

Für sehende Nutzer ist durch die Box vielleicht klar, welcher Link zu welcher Leistung gehört. Für Screenreader-Nutzer oder Menschen, die die Seite nur über Links erfassen, ist das weniger eindeutig.

Besser wäre:

„Mehr über Büroreinigung erfahren“
„Mehr über Glasreinigung erfahren“
„Mehr über Gartenpflege erfahren“

So ist jeder Link für sich verständlich.

Linktexte sollten nicht zu lang sein

Klare Linktexte sind wichtig, aber sie sollten auch nicht ausarten. Ein Link muss kein ganzer Absatz sein. Zu lange Linktexte wirken unruhig und sind schwerer zu erfassen.

Statt:

„Klicken Sie hier, um unsere ausführliche Seite mit allen Informationen zu unseren Leistungen im Bereich professionelle Büroreinigung für Unternehmen aufzurufen“

besser:

„Leistungen zur Büroreinigung ansehen“

Kurz, konkret und verständlich reicht völlig aus.

Links sollten sichtbar als Links erkennbar sein

Neben dem Text ist auch die Gestaltung wichtig. Ein Link sollte erkennbar sein. Wenn Links nur durch eine minimale Farbänderung markiert sind, werden sie leicht übersehen.

Besonders problematisch ist es, wenn Links im Fließtext kaum vom normalen Text zu unterscheiden sind. Farbe allein reicht nicht immer aus, vor allem bei schlechtem Kontrast oder Farbsehschwäche. Eine Unterstreichung kann helfen, Links klarer erkennbar zu machen.

Bei Buttons gilt das Gleiche: Der Text sollte klar sagen, was passiert. Ein Button mit „Absenden“ ist okay, aber „Anfrage senden“ ist oft besser. Ein Button mit nur einem Pfeil oder „Los“ ist dagegen meist zu ungenau.

Der Kontext darf unterstützen, aber nicht alles tragen

Natürlich steht ein Link meistens nicht völlig allein. Er befindet sich in einem Satz, einer Liste, einer Box oder einem Abschnitt. Dieser Kontext darf helfen. Trotzdem sollte der Linktext selbst möglichst verständlich bleiben.

Schlecht:

„Unsere Checkliste finden Sie hier.“

Besser:

„Unsere Checkliste für barrierefreie Webseiten herunterladen.“

Oder im Satz:

„Laden Sie unsere Checkliste für barrierefreie Webseiten herunter.“

Der zweite Satz klingt natürlicher und macht den Link direkt aussagekräftig.

Vorsicht bei Download-Links

Bei Downloads sollte besonders klar sein, was passiert. Nutzer sollten wissen, ob sie eine Datei öffnen oder herunterladen. Wenn möglich, kann auch das Dateiformat genannt werden.

Beispiele:

„Preisliste als PDF herunterladen“
„Broschüre zur Barrierefreiheit herunterladen“
„Anmeldeformular als PDF öffnen“

Das ist fairer für alle Nutzer. Niemand wird überrascht, wenn plötzlich eine Datei geöffnet wird.

Externe Links verständlich benennen

Auch externe Links sollten möglichst eindeutig sein. Wenn ein Link die eigene Webseite verlässt, kann ein Hinweis sinnvoll sein. Das muss nicht bei jedem Link übertrieben werden, aber bei wichtigen externen Zielen hilft es.

Zum Beispiel:

„Informationen im Kundenportal öffnen“
„Zur Terminbuchung beim externen Anbieter wechseln“

So weiß der Nutzer, dass er nicht einfach nur auf eine weitere Unterseite der aktuellen Webseite gelangt.

Wie man schlechte Linktexte verbessert

Der einfachste Test ist: Lies nur den Linktext, ohne den Satz davor. Verstehst du trotzdem, wohin der Link führt?

Wenn nicht, sollte der Linktext verbessert werden.

Aus „Hier klicken“ wird dann zum Beispiel:

„Kontaktformular öffnen“
„Leistungen ansehen“
„Beitrag zur Tastaturbedienung lesen“
„Angebot anfragen“
„PDF herunterladen“

Dieser kleine Schritt macht eine Webseite sofort verständlicher.

Fazit: Links sollten ein Ziel beschreiben

Linktexte wie „Hier klicken“ sind beliebt, aber selten wirklich gut. Sie sagen nichts über das Ziel aus, sind für Screenreader unpraktisch und passen nicht zu allen Bedienformen. Außerdem machen sie Webseiten unnötig unklar.

Ein guter Link erklärt kurz und verständlich, was passiert. Er funktioniert auch ohne den direkten Satz davor und hilft Nutzern, schneller ans Ziel zu kommen.

Barrierefreiheit beginnt oft bei solchen kleinen Details. Ein klarer Linktext kostet kaum Aufwand, verbessert aber Orientierung, Verständlichkeit und Bedienbarkeit deutlich. Statt Besucher zum Klicken aufzufordern, sollte man ihnen einfach sagen, wohin der Weg führt.

Dieser Artikel gibt eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung.